Réaumur

Die Réaumur-Skala ist eine veraltete Temperaturskala, die im 18. und 19. Jahrhundert in Teilen Europas, insbesondere in Frankreich, Deutschland und Russland, verbreitet war. Obwohl sie heute kaum noch verwendet wird, hat sie eine historische Bedeutung in der Entwicklung der Thermometrie.

Die Réaumur-Skala definiert den Gefrierpunkt von Wasser bei 0 Grad Réaumur (°Ré) und den Siedepunkt von Wasser bei 80 Grad Réaumur (°Ré) bei normalem atmosphärischem Druck. Der Bereich dazwischen ist in 80 gleiche Intervalle unterteilt. Diese Einteilung basierte ursprünglich auf der Ausdehnung von Alkohol in einem Thermometer.

René-Antoine Ferchault de Réaumur schlug die Skala 1730 vor. Er verwendete Alkohol als Thermometerflüssigkeit und definierte die Skala so, dass 80 Grad die Ausdehnung des Alkohols zwischen dem Gefrier- und Siedepunkt von Wasser darstellten. Obwohl die Réaumur-Skala durch die Celsius-Skala weitgehend abgelöst wurde, findet man sie noch in einigen historischen Texten und Rezepten, insbesondere in der Käseherstellung und im Brauwesen, wo sie früher eine Rolle spielte.